tanz und theater

konstellationen

NRW ist Tanzland. PACT Zollverein in Essen, das Wuppertaler Tanztheater Pina Bausch und das Tanzhaus NRW in Düsseldorf, insgesamt die starke zeitgenössische Tanzszene in NRW wären nicht denkbar ohne die Bewegungen, die mit dem Bauhaus und der Avantgarde der 1920er Jahre sowie den radikalen Experimenten zwischen den Künsten verbunden sind. Der Folkwang-Gedanke ist Teil dieser Bewegung. Tanz und Performance haben in den Künsten des beginnenden 20. Jahrhundert eine wesentliche Rolle gespielt. Die Neugierde bildender Künstler, Musiker, Literaten richtet sich auf den Tanz.

Black Mountain College Buckminster Fuller Class, Lake Eden Ca, © Courtesy of Western Regional Archives, States Archives of Nort Carolina, Foto: Masato Nakagawa

Internationaler Austausch findet statt. Die interdisziplinären Bühnenexperimente von Schlemmer, Moholy-Nagy, Edward Gordon Craig oder den Künstlerinnen und Künstlern der tänzerischen Experimente – etwa im „Ausdruckstanz“ - stellen Fragen zur Rolle des Körpers im Raum, im Kontext der Künste, in der zunehmend abstrakten Kunst. Nach der radikalen Zerstörung der Avantgarde durch die Faschisten kehren erst in den 60er Jahren zentrale Themen zurück an die Repräsentationsorte der Kunst. Fluxus, Happening, das Tanztheater oder der Post Modern American Dance greifen das Erbe auf.  Denn Interdisziplinarität und Internationalität finden kaum Raum in den klassischen Strukturen. In Amerika ist für kurze Zeit das Black Mountain College ein Ort, der radikal die Kooperation in den Künsten und den Wissenschaften riskiert. Ein Ort, der wenig länger als das Bauhaus existiert und fast ebenso folgenreich ist.
100 Jahre später werden Tanz und Performance zu zentralen Positionen der Bildenden Kunst.  Documenta, Skulpturenprojekte, die Biennale Venedig öffnen Räume für Inszenierungen, die den Körper ins Zentrum stellen. In Zeiten der Digitalisierung und der zunehmenden Immaterialität von Gestaltungsprozessen, stellen diese Arbeiten die Frage nach dem Verhältnis zwischen Raum und Körper, Objekt und Bewegung, Präsenz und Geschichte, auch nach den Machtverhältnissen neu.
Diesen Fragen gehen wichtige zeitgenössische künstlerische Protagonisten in NRW, drei Museen gemeinsam mit drei Tanzinstitutionen, unter dem Titel „Konstellationen“ im Kontext von „100 jahre bauhaus im westen“ nach. Die Museen kuratieren die Programme, bei denen die Künstlerinnen und Künstler im Museumsraum wie auch im Tanzraum choreografische Arbeiten im weiteren Sinne zeigen. In allen drei Städten arbeiten “Tandems“ aus Performing Arts und Bildender Kunst zusammen, um den Gedanken der strukturellen Kooperation und Transdisziplinarität, die auch die Bauhauszeit entscheidend geprägt haben und um die wir bis heute ringen, ins Zentrum zu rücken. Im Tanzhaus NRW und auf PACT Zollverein werden weitere Arbeiten der Künstlerinnen und Künstler zu sehen sein.
Internationale Partnerschaften, Performances, Residenzen, Lectures, Diskursprogramme oder Labore kreisen um das Thema Körper und befragen die Zukunft der Transdisziplinarität. Eher Prozesse als große Repräsentationen stehen im Zentrum. Sie stellen Konstellationen her, welche die Gedanken der Bauhaus-Bewegung in eine unbekannte Zukunft fortdenken. Die Zukunft zu erinnern, könnte versuchen dem Erbe gerecht zu werden.

Weitere Informationen folgen