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anders wohnen. entwürfe für haus lange und haus esters

Wie wohnten wir gestern, wie wohnen wir heute und wie werden wir morgen wohnen? Diese Fragen werden in Haus Lange und Haus Esters neu formuliert und untersucht. Die  Bauhausikonen von Ludwig Mies van der Rohe werden zu experimentellen Ausstellungs- und Diskussionsplattformen sowie zu Denk- und Fabrikationslaboren.

Garten Haus Lange, Kunstmuseen Krefeld, © Volker Döhne

Rund 20 internationale Künstler, Architekten und Designer realisieren für die Häuser sowie den Gartenbereich Wohn- und Lebenskonzepte. Die Ausstellungen orientieren sich dabei an drei Themen: Utopie, Mobilität und Dystopie. Parallel stehen diverse Formate im Fokus, die es den Besuchern ermöglichen aktiv am Projekt teilzuhaben: Ob in einer offenen Werkstatt, in der mit Zukunftstechnologien rund um das Wohnen experimentiert wird oder ob bei Vorträgen, Performances und Diskussionsrunden. Die Vergangenheit gerät hierbei nicht in Vergessenheit: Als Auftakt kann mittels einer Augmented Reality im Haus Lange die Wohnsituation der 1930er wie auch das visionäre Wohnkonzept von Mies van der Rohes erlebt werden. Die Museen Haus Lange und Haus Esters in Krefeld – gebaut von dem letzten Bauhaus-Architekten Ludwig Mies van der Rohe – geben den Anstoß und die Bühne für ein ambitioniertes Ausstellungsprojekt zum Thema ANDERS WOHNEN.

 

Die Kunstmuseen Krefeld gehen damit der Frage nach, welche Formen des Wohnens und Zusammenlebens für eine Gesellschaft heute und in naher Zukunft denkbar sind. Die beiden Villen, ursprünglich als Wohnhäuser für die Seidenfabrikanten Lange und Esters in den späten 1920er Jahren erbaut, bieten dafür zusammen mit den Gartenanlagen die ideale Umgebung. Rund zwanzig internationale Künstler*innen, Designer*innen und Architekt*innen sind 2019 eingeladen, in der fachübergreifenden Zusammenarbeit gemeinsam neue Entwürfe zum Thema Wohnen für die Häuser und Gärten zu entwickeln. Ziele des Bauhauses wie die Integration von Kunst und praktischer Gestaltung, gesellschaftliche Relevanz der Entwürfe sowie interdisziplinäres Denken und Handeln werden auf diese Weise am historischen Ort neu formuliert und für das heutige Leben sowie eine zukünftige Gesellschaft weiter gedacht.

 

Über ein Jahr hinweg wird die Thematik des Wohnens und Zusammenlebens in einer spannungsreich komponierten Abfolge präsentiert – von Prolog bis Epilog, gleich einem Theaterstück. Dabei wird der Brückenschlag zwischen Kunst und Leben, eine zentrale Forderung der Moderne, zum Kernanliegen des gesamten Projektes. Die Bedeutung von Kunst und Design für die Lebenswirklichkeit aufzuzeigen, ist ein Anspruch, der bereits 1897 mit der Gründung des Kaiser Wilhelm Museums maßgeblich war. Heute bestimmt dieser grenzüberschreitende Ansatz erneut die programmatische Ausrichtung der Krefelder Häuser.

 

Die Kunstmuseen Krefeld nehmen mit dem Projekt ANDERS WOHNEN an dem nationalen Programm BAUHAUS 100 im Jubiläumsjahr 2019 teil. Visionäre Formen des Wohnens und Zusammenlebens in fachübergreifender Zusammenarbeit gemeinsam zu entwickeln, steht dabei im Mittelpunkt. Ziel ist die wegweisende Gestaltung des Lebensraumes, die ästhetisch anspruchsvoll und lösungsorientiert zugleich ist.

17.03. – 14.4.2019, Museum Haus Lange

Zum Auftakt des Projektes ANDERS WOHNEN verwandelt sich Haus Lange zu einem Ort, an dem zwei unterschiedliche Realitäten aufeinandertreffen: der tatsächliche Baubestand wird mittels Augmented Reality mit der historischen Wohnsituation überlagert. So können die Besucher*innen sehen und erleben, wie die Familie Lange sich mit ihren persönlichen Bedürfnissen in die moderne und funktionale Architektur eingefügt hat. Zahlreiche Fotografien, Plänen, Modelle und Informationen geben einen eindrucksvollen Überblick über die bauliche, soziale und funktionale Geschichte der beiden Häuser.

Ab 17.03.19, Museum Haus Lange

Die Häuser Lange und Esters wurden 1927 von dem letzten Leiter des Bauhauses, dem international renommierten Architekten Ludwig Mies van der Rohe entworfen. Der erste visionäre Entwurf wurde von den beiden Bauherren verändert, angepasst an die persönlichen und familiären Bedürfnisse. Seither hat dieses Ensemble in seiner Struktur, Materialität und Nutzung immer wieder Veränderungen durchlebt. Zwei umfangreiche Sanierungsmaßnahmen haben sensibilisiert für die originale Bausubstanz und historische Verantwortung, die solche Gebäude mit sich bringen. In einem Ausstellungsraum im Haus Lange wird die bewegte Geschichte der Villen und ihrer Gärten unter anderem mit Plänen, Fotografien und Dokumenten für die Besucher rekonstruiert. Hier werden Geschichten vom Haus und seinen Bewohnern erzählt ebenso wie Konstruktionen präzise erläutert.

17.03. – 18.08.2018, Museum Haus Esters

Parallel zum PROLOG im Museum Haus Lange beginnt im Haus Esters ein umfangreiches Begleitprogramm zum Thema ANDERS WOHNEN. Eine Vortragsreihe stellt den aktuellen Forschungsstand zur Symbiose von Architektur und Wohnkultur der 1920er und 1930er Jahre vor. Darauf aufbauend wird die heutige internationale Wohnsituation – individuell wie städtebaulich – in weiteren publikumswirksamen Veranstaltungen zur Diskussion gestellt. Haus Esters wird zu einer lebendigen Plattform und interdisziplinären Schnittstelle für Architekt*innen, Künstler*innen, Designer*innen, aber auch Soziolog*innen, Philosoph*innen und Literat*innen mit einem breiten Publikum. Hinzu kommen so genannte FabLabs, Fabrikationslabore, von denen sich weltweit mittlerweile über tausend zusammengeschlossen haben, um neue Produktionsmöglichkeiten zu vermitteln. Dabei handelt es sich um High-Tech-Werkstätten, in denen mit neuester Technologie gearbeitet wird, um das neu gewonnene Wissen der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Ganz im Sinne der Bauhaus-Schule umfasst der DIALOG auch das gemeinsame Essen, Trinken und Feiern als Formen sozialer und künstlerischer Akte. Diesem Veranstaltungsforum geben Künstler*innen oder Designer*innen ein ansprechendes Display.

05.05.2019 – 26.01.2020, Museum Haus Lange

Im Mai 2019 setzt die Trilogie UTOPIE – DISTOPIE – MOBILITÄT mit der ersten Ausstellung in Haus Lange ein. International bekannte und aktuell diskutierte Künstler*innen, Designer*innen und Architekt*innen realisieren für die Räume der Mies van der Rohe-Villa neue Wohnkonzepte und entwickeln visionäre Ideen des Zusammenlebens, frei von tatsächlichen sozialen wie auch materiellen Vorgaben.

07.07.2019 – 26.01.2020, Gartenanlagen

Im Juli wird das Ausstellungsformat in den Außenraum der beiden Häuser ausgeweitet. Der Garten entspricht einem Territorium des Übergangs, in dem ein privater und ein öffentlicher Lebensbereich ineinanderfließen. Die Gartenzone steht daher metaphorisch für die MOBILITÄT und Flexibilität unserer heutigen Gesellschaft. Für Mies van der Rohe war er der Dialogpartner für seine Architektur. Durch die großangelegten Fenster stehen der Innen- und der Außenraum im permanenten Austausch.

15.09.2018 – 26.01.2020, Museum Haus Esters

Im September werden die utopischen Entwürfe, die in Haus Lange zu sehen sind, mit dystopischen Ansätzen in Haus Esters beantwortet und ergänzt. Hier basieren die Entwürfe für die Interieurs auf dem Gedanken der Wiederverwertung, des Recycelns, um die Gesellschaft vor einem selbstverschuldeten Untergang zu bewahren. So entsteht ein Dialog zwischen den beiden Häusern und dem Garten, der aus unterschiedlichen Blickwinkeln Formen des zukünftigen Wohnens thematisiert.

01.2020, Museum Haus Lange Haus Esters

Ausstellungen, kooperative und partizipatorische Projekte wie auch Vorträge und Gespräche werden in einer umfangreichen Publikation gebündelt, die im Januar 2020 präsentiert wird. Ein fulminantes Bauhausfest soll Akteure und Besucher nochmals zusammenbringen.

17.3.2019 bis Januar 2020

Kunstmuseum Krefeld, Museen Haus Lange Haus Esters

 

Wilhelmshofallee 91-97

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