fotografie und medien

neues sehen – neue sachlichkeit. fotografische positionen in westfalen vom bauhaus bis heute

Wichtige Entwicklungen der Fotografie nahmen in Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg ihren Anfang in Westfalen-Lippe und dem Ruhrgebiet.

Albert Renger-Patzsch, Eichenkamp bei Wamel, 1945/46 © Albert Renger-Patzsch/ Archiv - Ann und Jürgen Wilde, Zülpich/ VG Bild-Kunst, Bonn 2018

In direkter Auseinandersetzung aber auch in Abgrenzung zum Bauhaus, das dem Medium der Fotografie einen künstlerischen Status zusprach, erweiterten Fotografen wie Albert Renger-Patzsch oder Otto Steinert das Motivspektrum und die Kompositionsschemata. Damit bereichert und ergänzt die Ausstellung „Neues Sehen – Neue Sachlichkeit“, die vom LWL-Museumsamt in Kooperation mit dem Fotografen Dieter Blase konzipiert wurde, das Gesamtprojekt „100 jahre bauhaus im westen“ um einen wichtigen Aspekt: Sie zeigt, wie die Fotografie Teil der Kunst der Moderne wurde und Impulse auch aus Westfalen-Lippe erhielt. International bedeutende Fotografen, wie Albert Renger-Patzsch (Möhnesee-Wamel), Otto Steinert (Essen) oder Erich Angenendt (Dortmund) wählten Architekturen und Landschaften Westfalen-Lippes zum Thema. Diese Fotografien bewegten sich in einem modernen künstlerischen Spannungsfeld von Dokumentation und Abstraktion.

Die Ausstellung zeigt in drei Zeitabschnitten, wie sich die Fotografie in Westfalen-Lippe zu einem eigenständigen künstlerischen Medium entwickelte. Nachdem von 1919 bis 1933 die Grundlagen der modernen Fotografie (1) in Deutschland gelegt wurden, nahmen nach dem Zweiten Weltkrieg fotokünstlerische Strömungen (2) wie die „subjektive“ Fotografie und künstlerische Einzelpositionen das avantgardistische Erbe wieder auf. Dabei bewegt sich der bildästhetische Kanon bewusst zwischen Abstraktion und sachbezogener Objektfixierung. Auch die jüngere Fotogeschichte (3) offenbart zahlreiche Berührungspunkte zur Ästhetik und Programmatik der neuen Sachlichkeit, die sich beispielsweisebei Schülern von Otto Steinert, Heinrich Riebesehl oder von Bernd und Hilla Becher an der Kunstakademie Düsseldorf zeigte.

Die Ausstellung „Neues Sehen – Neue Sachlichkeit“ zeigt in ihrer Bildauswahl eine spezifische Wirkungsgeschichte der Fotografie als Teil der Klassischen Moderne. Sie macht deren Tradierungen für die Fotografie in Westfalen-Lippe und dem Ruhrgebiet sichtbar, indem sie die Region als einen signifikanten Inspirations- und Arbeitsort ausweist. Die Schau schließt sich mit dieser Ausrichtung an Ausstellungen wie „Werkstatt für Photographie 1976 – 1986“ (Dezember 2016 – Februar 2017 in Essen, Berlin und Hannover) oder „Fotografien werden Bilder“ (April – August 2017 in Frankfurt) an, die u.a. für Essen und Düsseldorf eine Entwicklung darstellten, die es auch in Westfalen-Lippe und dem Ruhrgebiet gegeben hat.

Osthaus Museum Hagen, 21.06.2019 bis 18.08.2019
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Mindener Museum, 24.08.2019 bis 20.10.2019
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Städtisches Museum Haus Kupferhammer, Warstein, 27.10.2019 bis 05.01.2020
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Medizin- und Apothekenmuseum Rhede, 12.01.2020 bis 08.03.2020
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Stadtmuseum Hattingen, 13.03.2020 bis 10.05.2020
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Museen der Stadt Lüdenscheid/Städtische Galerie, 15.05.2020 bis 12.07.2020
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Museum Haus Hövener, Brilon, 19.07.2020 bis 13.09.2020
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MuseumsBahnhof Grevenbrück, Lennestadt, 20.09.2020 bis 15.11.2020
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Alle Orte und Termine der Wanderausstellung finden Sie links unten.

Ansprechpartnerin beim LWL-Museumsamt für Westfalen:

Dr. Ute Koch
T 0251 591-4695
ute.koch@lwl.org