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Land-Frauen-Arbeit in der Weimarer Republik

Die Lebensbedingungen von Frauen veränderten sich während der Weimarer Republik grundlegend: Die rechtliche Gleichstellung von Männern und Frauen war durch die erste demokratische Verfassung im Jahr 1919 manifestiert. Alle Frauen, die älter als 21 Jahre alt waren, besaßen erstmals das Recht, aktiv und passiv an Wahlen des deutschen Zentralparlamentes am 19.1.1919 teilzunehmen. Die Wahlbeteiligung war beeindruckend. 82,3% der wahlberechtigten weiblichen Wählerinnen gaben ihre Stimme zur Nationalversammlung ab. Damit waren die jahrzehntelangen Forderungen von Frauenvereinen und vielen Initiativen erfolgreich.

Die Beiträge des Symposiums gehen der Frage nach, ob sich durch diese rechtlichen Gleichstellungen auch das Alltagsleben, die Bildungschancen, die Berufstätigkeit und die politischen Aktivitäten von Frauen unterschiedlicher kultureller und religiöser Hintergründe abseits der Metropolen, veränderten.
 

Die in der Weimarer Verfassung verbürgte gesellschaftliche Gleichberechtigung der Frau bildet sich -  zaghafter als in den Städten - auch in der agrarischen ländlichen Gesellschaft ab. Ein Beispiel für diese Zeitenwende ist die Landwirtschaftskammer Rheinland, eine ständisch-konservative Interessenvertretung, die erstmals im Jahr 1925 flächendeckend Ausbildungsmöglichkeiten für die weibliche Jugend in ihren Winterschulen anbot. Der Unterricht wurde vielerorts von jungen Hauswirtschaftlerinnen und Lehrerinnen durchgeführt. Deren Rollenverständnis ist bislang wenig untersucht worden, brachten sie moderne städtische Einflüsse ein, waren sie innovativ oder agierten sie weitgehend rollenkonform?
 

Das Programm wird durch die Beteiligung international arbeitender Wissenschaftlerinnen aus der Ukraine abgerundet, sie stellen die Frauenbewegung in der Zwischenkriegszeit und gegenwärtige Entwicklungen in einen spannungsreichen Zusammenhang.

Symposium am 18.1.2019

LVR-Freilichtmuseum Lindlar

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Programmflyer Land Frauen Arbeit